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von Gregor Kühni

Reizdarm-Syndrom

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Beim Reizdarm-Syndrom liegt eine Funktionsstörung des Dickdarms vor, ohne dass eine krankhafte Veränderung im Darm festgestellt werden konnte. Unter der Bezeichnung „Syndrom“ versteht man das gleichzeitige Auftreten mehrerer Symptome.

Der Darm reagiert auf Reize

Bei Patienten, die unter einem Reizdarm-Syndrom leiden, reagiert der Dickdarm auf bestimmte Reize, wie beispielsweise auf Sorgen, Stress oder Nahrungsmittel empfindlicher, als normal. Das führt zu einer Reihe von chronischen Symptomen. Hierzu zählen in erster Linie Durchfall oder Verstopfung, die in der Regel nach dem Essen oder in Stress-Situationen auftreten.

Bei den meisten Reizdarm-Patienten tritt ein Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall auf. Meistens überwiegt jedoch entweder der Durchfall oder die Verstopfung.

Frauen vom Reizdarm-Syndrom oft betroffen

Mittlerweile ist bereits jeder fünfte von dem Reizdarm-Syndrom betroffen, die Mehrzahl davon sind Frauen. Das Reizdarm-Syndrom kann zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führen, je nachdem, wie ausgeprägt die Symptome sind.

Während der normalen Verdauung kommt es mehrmals am Tag innerhalb des Darmes zu wellenartigen Muskelkontraktionen (Peristaltik). Diese sorgt für den Transport des Darminhalts durch den Verdauungstrakt, bevor er als Stuhl ausgeschieden wird.

Es ist ein Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Hormonen, die die Peristaltik erzeugen und dadurch für eine normale Verdauung sorgen. Bei Patienten mit Reizdarm ist dieses Zusammenspiel gestört.

Schmerzen im Bauchraum

Die häufigsten Symptome bei einem Reizdarm-Syndrom sind Schmerzen im Bauchraum bzw. Krämpfe. Diese treten üblicherweise in der linken unteren Seite des Bauchraumes auf und können sich durch Stress oder Nahrungsaufnahme verschlimmern. Patienten mit Reizdarm-Syndrom berichten über abwechselnde , dumpfe Schmerzen oder Krämpfe, die schwach, aber auch ausgeprägt sein können. Meist verschwinden die Schmerzen nach dem Stuhlgang. Bei Frauen treten die Schmerzen oft während der Menstruation auf, oder verschlimmern sich während dieser Zeit.

Durchfall

Bei Patienten mit dem Reizdarm-Syndrom sind die Nerven und Muskeln im Dickdarm übersensibel und können sich deshalb plötzlich und unfreiwillig zusammenziehen. Dadurch entstehen Krämpfe, die dafür sorgen, dass der Darminhalt zu schnell weitertransportiert wird. Das Wasser kann nicht mehr ausreichend absorbiert werden und Durchfall entsteht. Meist entsteht der Durchfall nach dem Essen oder gleich nach dem Aufstehen. Oft verbleibt ein Gefühl der unvollständigen Entleerung.

Verstopfung

Wenn die Darmmuskulatur zeitweilig aufhört, sich zusammenzuziehen, wird der Darminhalt nicht mehr weiter befördert. Es wird zu viel Wasser absorbiert und es entsteht eine Verstopfung. Oft findet keine Stuhlentleerung statt, obwohl Stuhldrang vorhanden ist. Bei Patienten mit Reizdarm-Syndrom kann die Verstopfung über Monate andauern. Eine chronische Verstopfung kann zur Überdehnung des Darms und zum Missbrauch von Abführmitteln führen.

Aufgeblähter Bauch

Es bilden sich Gase im Bauchraum. die dann zu einem verstärkten Druckgefühl in der Bauchgegend führen. Der Bauch bläht sich auf und es kommt zu einem schnellen Völlegefühl während des Essens. Die Gase dehnen den Darm und verursachen Bauchschmerzen bzw. Krämpfe. Es kann auch zum Aufstossen kommen.

Symptome ausserhalb des Verdauungstrakts

Des Weiteren können Kopfschmerzen, Müdigkeit, Rückenschmerzen, häufiges Wasserlassen, Menstruationsbeschwerden, Depressionen, sowie sexuelle Probleme (Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Libidoverlust) auftreten.

Sämtliche Symptome treten fast immer im Wachzustand auf. Es ist sehr selten, dass Patienten durch Durchfälle oder Bauchschmerzen aus dem Schlaf gerissen werden.

Diagnose vom Reizdarm-Syndrom

Es gibt keine speziellen diagnostischen Tests, um ein Reizdarm-Syndrom festzustellen, da der Darm von Betroffenen völlig normal und gesund aussieht. Deshalb werden Untersuchungen durchgeführt, die andere Erkrankungen, wie beispielsweise Laktoseintoleranz, Schilddrüsenstörung, Zöliakie, Darminfektionen, entzündliche Darmerkrankugen (Divertikulitis, Morbus Crohn,Colitis ulcerosa) oder Darmkrebs ausschliessen sollen.

Risikofaktoren und Ursachen des Reizdarm-Syndroms

Die Ursache für das Reizdarm-Syndrom ist den Medizinern nicht bekannt. Es liegt keine herkömmliche Darmerkrankung zugrunde. Das Reizdarm-Syndrom wird mit einer Überstimulation bzw. Überreaktion der Nerven und Muskeln im Dickdarm erklärt. Stress, Sorgen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie Allergien können dazu beitragen, die Reizdarmsymptomatik auszulösen.

Folgende Faktoren können Symptome bei Reizdarmpatienten auslösen:

Essen grosser Portionen

Für Patienten mit Reizdarm-Syndrom kann es schwierig sein, grosse Portionen zu verstoffwechseln. Wenn sich zu viel Nahrung auf einmal im Verdauungstrakt befindet, kann es zu Störungen in der Nährstoff- und Wasserabsorption kommt und die Reizdarm-Symptome auslösen.

Bestimmte Nahrungsmittel

Nahrungsmittel, die viel gehärtetes Fett enthalten, wie z.B. Frittiertes, scharfe Gewürze, künstliche Süssstoffe,Milchprodukte, Kaffee, kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol und Schokolade können die Symptomatik verstärken.

Bestimmte Getränke

Alkohol und Getränke, die Koffein enthalten, können die Verdauung anregen und dadurch Durchfall verursachen oder die Symptomatik bei Reizdarm-Patienten verschlimmern. Kohlensäurehaltige Getränke können zusätzlich zu Blähungen führen.

Emotionale Belastungen

Im Darm sitzen hundert Millionen von Nervenzellen (Bauchhirn), die direkt mit dem Gehirn kommunizieren. Vermutlich liegt eine Störung des Informationsaustausches zwischen Gehirn und Darm vor, die dann zu Funktionsstörungen und Überempfindlichkeit führt. Reizdarm-Patienten reagieren besonders empfindlich auf emotionale Belastungen. Schon ein kleiner Konflikt kann die Reizdarm-Symptomatik auslösen, denn alles, was wir psychisch nicht richtig verarbeitet haben, belastet auch unser Verdauungssystem.

Traumata

Studien haben gezeigt, dass das Reizdarm-Syndrom häufiger bei Menschen auftritt, die körperlich, verbal oder sexuell missbraucht wurden.

Medikamente

Einige Medikamente können das Verdauungssystem negativ beeinflussen, indem sie entweder zu Durchfall oder Verstopfung führen und so die Symptome beim Reizdarm verstärken.

Ihr Gregor Kühni feelgood coaching24 team

 

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